sri lanka

Sri Lanka gilt als wahre Perle im Indischen Ozean. Das sonnenverwöhnte Tropenparadies begeistert mit traumhaften Stränden, beeindruckenden Regenwäldern, mächtigen Bergformationen und einer aussergewöhnlich reichen Tierwelt. Auch kulturell hat das Land einiges zu bieten. Von jahrhundertealten Tempelanlagen verschiedener Weltreligionen bis hin zur berühmten Ceylon-Tee-Tradition, die bis heute das Landschaftsbild prägt. In den geheimnisvollen Nationalparks kann man Elefanten, Leoparden und exotische Vogelarten in ihrer natürlichen Umgebung erleben. Blütenweisse Strände, türkisblaues Wasser und herzliche Menschen machen Sri Lanka zu einem Reiseziel, das verzaubert und inspiriert – ein Land voller Kontraste, Geschichten und natürlicher Schönheit.

Colombo


Colombo ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die grösste Stadt Sri Lankas. Sie bildet das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes und liegt farbenfroh und lebendig an der Westküste der Insel. In Colombo leben Menschen aus allen Provinzen Sri Lankas sowie aus zahlreichen anderen Ländern – was der Stadt eine bunte, multikulturelle Atmosphäre verleiht. Das historische Herz der Stadt ist das sogenannte Fort, wo sich unter anderem das alte Parlamentsgebäude sowie beeindruckende Bauwerke aus kolonialer und moderner Architekturbefinden. Südlich davon liegt das Galle Face Green, eine weitläufige Grünfläche direkt am Meer. Besonders bei Sonnenuntergang wird dieser Ort von vielen Einheimischen genutzt. Die Hauptverkehrsader der Stadt ist die Galle Road, die sich durch Colombo zieht und das geschäftige Leben der Metropole spürbar macht.

Colombo

Tag 1

Samstag, 20. April 2024
Endlich war es so weit – unsere lang ersehnte Reise nach Sri Lanka begann! Früh am Morgen machten wir uns mit unseren Rucksäcken auf den Weg zum Flughafen. Doch der Start verlief alles andere als reibungslos. Erst verpassten wir den Bus und dann stiegen wir auch noch in den falschen Zug.

Mit einiger Verspätung trafen wir schliesslich am Flughafen Zürich ein – gerade noch rechtzeitig. Doch auch unser Flieger hatte seine eigenen Pläne. Wegen technischer Probleme verzögerte sich der Abflug um weitere 1,5 Stunden. Am späten Abend landeten wir erschöpft in Mumbai (Indien), wo wir eigentlich eine erholsame Nacht in einem schönen Hotel verbringen wollten, denn unsere Weiterreise nach Sri Lanka war erst für den nächsten Tag geplant. Doch dann der nächste Dämpfer. Die Zollbeamten liessen uns nicht einreisen, da wir kein Visum für Indien hatten. Uns wurde in der Schweiz versichert, dass dies kein Problem sei, solange der Aufenthalt unter 24 Stunden dauere. Doch davon wollten die indischen Behörden nichts wissen. Völlig übermüdet und mit den Nerven am Ende wurden wir mitten in der Nacht in den Transitbereich geschickt. Unsere Versuche, auf einen früheren Flug umzubuchen, blieben erfolglos.

Stattdessen erwartete uns eine riesige, laute und stickige Halle mit kaum Sitzmöglichkeiten. An Schlaf war natürlich kaum zu denken. In einer hinteren Ecke fanden wir schliesslich ein etwas ruhigeres Plätzchen mit Stühlen. Doch auch diese waren unbrauchbar zum Schlafen, da sie alle Armlehnen hatten. Also blieb uns nur noch der Fussboden übrig, um die Beine zu strecken um wenigstens ein bisschen zu ruhen. Doch selbst das war schwierig, denn alle fünf Minuten ertönten Durchsagen in verschiedenen Sprachen, die einem jeglichen Schlaf raubten. Ein wahr gewordener Albtraum. Mit kaum geschlossenen Augen harrten wir bis 12:30 Uhr mittags aus, ehe wir endlich weiter nach Colombo fliegen konnten.

Colombo

Tag 2

Sonntag, 21. April 2024

Am Nachmittag verliessen wir endlich den Flughafen in Colombo und wurden direkt von einer feuchten, tropischen Hitzewelle empfangen. Innerhalb von Sekunden waren wir bis auf die Unterwäsche durchgeschwitzt. Ein freundlicher Taxifahrer brachte uns zu unserer Unterkunft, die wir bereits im Voraus gebucht hatten.

Ein wunderschönes Haus, eingebettet in einen kleinen Palmenwald. Kaum angekommen, schnappte sich Markus eine frische Kokosnuss und bereitete uns einen leckeren Snack zu. Der perfekte Einstieg! Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, machten wir uns zu Fuss auf den Weg, um Wasser und etwas zu essen zu finden. Dabei wurden wir sofort mit dem abenteuerlichen Strassenverkehr Sri Lankas konfrontiert und liefen vorsichtshalber ganz am Rand der Strasse.

In einem kleinen, lokalen Restaurant bestellten wir einen Passionsfrucht-Drink – hier übrigens in gelber Variante, nicht süss, sondern eher säuerlich – und ein typisches Gericht namens "Appa" oder "Hoppers", eine Art Pfannkuchen aus Eimasse. Zurück in der Unterkunft fielen wir früh ins Bett. Allerdings sorgten der Jetlag und ein kräftiges Gewitter in der Nacht dafür, dass auch diese Nacht kein erholsamer Schlaf wurde.

Hikkaduwa


Das kleine Fischerörtchen Hikkaduwa an der Südwestküste Sri Lankas zieht Touristen weniger wegen grosser Sehenswürdigkeiten an, denn davon gibt es hier nur eine Handvoll. Doch wer einmal hier war, versteht sofort, warum der Ort dennoch so beliebt ist. Exotische Traumstrände, ursprüngliche Dschungellandschaften im Hinterland und der authentische Charme einer alten Fischer- und Hafenstadt machen Hikkaduwa zu einem besonderen Ort. Wenn der Wind mitspielt, lässt es sich hier sogar ein wenig surfen, doch die meisten Besucher geniessen es einfach, in einer der entspannten Beachbars direkt am Meer die Seele baumeln zu lassen. Neben kleinen Tempeln und dem Hikkaduwasee lohnt sich ein Besuch im Tsunami Museum, das eindrucksvoll an die tragische Vergangenheit des Ortes erinnert. Mitten im Stadtzentrum steht ein Denkmal für die Opfer des verheerenden Tsunamis vom 26. Dezember 2004. Eine grosse Buddha-Statue, umgeben von einer Gedenktafel und zahlreichen Fotos, erinnert an das Leid der Menschen. Hikkaduwa war eine der am schwersten getroffenen Regionen Sri Lankas. Der Ort wurde fast vollständig zerstört. Besonders tragisch, über 1700 Menschen kamen ums Leben, als die gewaltige Welle den voll besetzten Expresszug von Colombo nach Galle erfasste. Heute ist Hikkaduwa ein Ort des Gedenkens, aber auch der Hoffnung, der Lebensfreude und der tropischen Schönheit.

Hikkaduwa

Tag 3

Montag, 22. April 2024
Pünktlich um 8 Uhr holte uns unser sympathischer Taxifahrer wieder ab. Diesmal mit einem ganz besonderen Ziel, zum TukTuk Rental. Jetzt begann unser richtiges Abenteuer! 

Kaum angekommen, ging es auch schon los mit den Fahrstunden. Und ohne lang zu zögern, wurde ich direkt ins kalte Wasser geworfen: ab ans Steuer! Das Fahren mit einem TukTuk ist definitiv eine Herausforderung. Besonders, wenn man zum ersten Mal mit einem solchen Gefährt unterwegs ist. Das Schalten will gelernt sein, und dann ist da auch noch der chaotische Verkehr.

Linksverkehr, hupende und waghalsige Mopedfahrer, riesige Überlandbusse, die mit einer Selbstverständlichkeit Vorfahrt erzwingen, als gehöre ihnen die Strasse und natürlich die zahlreichen Tiere, die gerne mitten auf der Fahrbahn stehen bleiben. Nach 3,5 Stunden war es dann endlich so weit. Wir konnten unsere Reise in den Süden Sri Lankas starten und zwar mit dem zwei coolen TukTuk's! 

Hikkaduwa

Tag 4

Dienstag, 23. April 2024
Unsere gestrige Fahrt dauerte fast sechs Stunden, aber wir schafften es gerade noch rechtzeitig in unsere Unterkunft in Dondaduwa bei Hikkaduwa. Früh am Morgen zog es uns sofort ans Meer und riesige, kraftvolle Wellen rollten auf den Strand zu. 

Wir mussten gut aufpassen, dass die Jungs sich nicht übernehmen, denn das Meer hier ist kein Planschbecken! Später machten wir einen Ausflug zum Turtle Beach und tatsächlich, im Wasser entdeckten wir zwei grosse Meeresschildkröten. Mit ein paar Algen konnten wir sie sogar füttern und aus nächster Nähe beobachten. Ein wahrlich unvergessliches Erlebnis! Am Abend zog es uns noch einmal an denselben Ort zurück. Und was für ein Glück! Genau heute fand die Freilassung von etwa 100 frisch geschlüpften Schildkröten statt.

Wir durften dabei zusehen, wie sie ihren ersten Weg ins offene Meer antraten. Ein magischer Moment, den wir nie vergessen werden. Nach so vielen Eindrücken entdeckte Roa zum perfekten Abschluss des Tages ein kleines Burger-Restaurant. Die Vorfreude war riesig und wir wurden nicht enttäuscht, denn die Burger waren fantastisch! Die Kinder waren sich sogar einig: „So gute Burger haben wir noch nie gegessen.“

Galle


Ganz unten, am südwestlichen Zipfel von Sri Lanka, versteckt sich eine echte Perle, die bei keiner Rundreise über die Insel fehlen sollte, nämlich das im Jahre 1663 von den Niederländern erbaute Fort Galle mit seinem hübschen historischen Altstadtkern, der auf einer Länge von knapp 3 Kilometern fast rundherum von dicken Festungswällen und 14 Bastionen aus Korallenstein und Granitsteinen eingerahmt ist. Zusammen mit der Altstadt gehört die Festung von Galle Sri Lanka nicht nur zum Weltkulturerbe der UNESCO, sondern ist zudem in Südasien die grösste noch erhaltene europäische Festung ihrer Art. Doch neben dem berühmten Galle Fort selbst laden auch noch viele weitere schöne Orte und tolle Sehenswürdigkeiten zum Staunen, Verweilen und Erleben ein, wie zum Beispiel der wunderschöne Leuchtturm. Ausserdem wachsen an vielen Ecken die majestätischen Regenbäume mit ihren ausladenden Ästen, die einen Spaziergang durch die Strassen und Gassen nicht nur kulturell, sondern auch für Naturliebhaber zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. 

Galle

Tag 5

Mittwoch, 24. April 2024
Unsere heutige Etappe war angenehm kurz. In nur ca. 30 Minuten erreichten wir die Stadt Galle. Doch kaum im geschäftigen Stadtzentrum angekommen, verloren wir Mädels im dichten Verkehr die Jungs aus den Augen. 

Da wir aber beide das Ziel unserer neuen Unterkunft im Navi eingespeichert hatten, entschieden wir uns, einfach weiterzufahren – in der Annahme, dass wir uns später am Zielort wieder treffen würden. Doch plötzlich riefen sie uns an und teilte uns mit, dass Ihr TukTuk den Geist aufgegeben hatte. Vermutlich ein technischer Defekt. Also machten wir uns alleine auf den Weg zu unserer Unterkunft, die etwas abgelegen mitten im Dschungel liegt.  Zum Glück dauerte es nicht allzu lange, bis die Jungs ebenfalls eintrafen. Einheimische hatten ihnen freundlich geholfen, das Problem der alten und defekten Zündkerze vorübergehend zu beheben. Eine weitere schöne Begegnung mit der hilfsbereiten Art der Menschen hier. Unsere neue Unterkunft ist wirklich spektakulär. Eine grosse, rustikale Villa mitten im Urwald – ein kleines Naturparadies.

Hoch über uns turnen Affen durch die Baumwipfel, und beim Duschen im Freien kann man ihnen dabei zusehen, wie sie von Ast zu Ast springen. Ein einmaliges Erlebnis! Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, machten wir uns diesmal alle gemeinsam in nur einem TukTuk auf den Weg zurück in die Stadt, um das historische Fort Galle zu erkunden. Bei drückender, feuchtwarmer Hitze spazierten wir durch die imposanten Mauern hinein und entdeckten viele gut erhaltene Kolonialbauten, kleine Cafés, Galerien und natürlich den berühmten Leuchtturm, der über dem Meer thront. Am Abend kehrten wir zurück in unsere Urwald-Villa. In der kleinen Küche bereiteten wir uns ein einfaches, aber feines Abendessen mit Instant-Miso-Suppe und ein paar lokalen Snacks zu. Danach fielen wir müde, aber zufrieden ins Bett, begleitet vom vielstimmigen Konzert der Dschungeltiere rund um unser Haus.

Unawatuna


Unawatuna, eine kleine Stadt im Süden Sri Lankas, zählt seit den 70er-Jahren zu den beliebtesten Zielen für Rucksackreisende aus aller Welt. Was einst ein Geheimtipp war, hat sich längst zu einem charmanten Strandparadiesentwickelt – ohne dabei seinen entspannten Charakter zu verlieren. Bekannt ist Unawatuna vor allem für seine Korallenriffe und palmenumsäumten Strände wie den lebhaften Unawatuna Beach oder den etwas versteckteren Jungle Beach, den man über einen kurzen Fussmarsch durch den Dschungel erreicht. Die Bedingungen sind ideal für Surfanfänger und Fortgeschrittene – die sanften Wellen bieten Spass und Herausforderung zugleich. Ein besonderes Highlight in der Umgebung ist die Japanische Friedenspagode, deren strahlend weisse Stupa auf einem Hügel über dem Ozean thront. Von dort geniesst man einen beeindruckenden Panoramablick über das Meer. Südlich der Stadt liegt die Sea Turtle Farm, eine Einrichtung, die sich dem Schutz gefährdeter Meeresschildkrötenwidmet. Besucher erfahren hier viel über die Aufzucht und Auswilderung der Tiere.

Unawatuna

Tag 6

Donnerstag, 25. April 2024
Den letzten Morgen in unserer traumhaften Dschungelvilla wollten wir noch in vollen Zügen geniessen – und das taten wir auch. Danach stand ein kurzer Abstecher zum Servicetechniker an, um unser TukTuk wieder fit zu machen. 

Zum Glück begleitete uns unser Houseguide direkt zur richtigen Werkstatt, wo sich alle sofort hilfsbereit um das Problem kümmerten. Die alte Zündkerze war schnell ausgetauscht und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Nur eine kurze Fahrt später erreichten wir das Nachbardorf Unawatuna, wo unsere nächste Unterkunft wartete. Schon wieder eine wunderschöne Villa mitten im Grünen. Nach kurzer Suche fanden wir sie problemlos und fühlten uns dort sofort wie zu Hause. Wir bestellten noch am selben Nachmittag ein hausgemachtes Abendessen bei der netten Haushaltshilfe.

Doch zuvor ging’s noch einmal runter ans Meer. Heute war nämlich Surfen angesagt! Meine Familie wollte endlich ihren Traum verwirklichen, auf einem Surfbrett zu stehen. Vom Liegestuhl aus sah das Ganze bei weitem gar nicht schlecht aus. Da die Wellen am nächsten Morgen aber noch besser sein sollten, wurde direkt ein weiterer Versuch geplant. Zurück in unserer Dschungelvilla wartete ein duftendes, traditionelles Abendessen auf uns. Satt und zufrieden ging es dann früh ins Bett, bereit für das nächste Abenteuer.

Unawatuna

Tag 7

Freitag, 26. April 2024
Wie geplant klingelte der Wecker früh – Surfmorgen! Am Dewatta Beach mieteten sich alle (ausser mir) für eine Stunde ein Longboard. Schon bald paddelten sie mutig hinaus aufs Meer. Roa war der Erste, der eine Welle richtig lange reiten konnte und zwar ziemlich beeindruckend! 

Markus fand seinen Flow erst mit einem neuen Board, und Nui schaffte es ausgerechnet dann, als wir ihr schon signalisierten, dass die Stunde gleich vorbei war. Voller Stolz, aber auch gezeichnet vom Kampf mit den Wellen, kehrten alle zurück: Zehen aufgerissen, Beine und Brust aufgeschürft, das Kinn angeschlagen – eine Sammlung kleiner Surf-Trophäen. Doch alle waren sich einig: Jeder Kratzer war es wert! Zurück in der Villa stärkten wir uns mit einem selbstgemachten, ausgiebigen Frühstück, bevor wir gegen Mittag zum bekannten Unawatuna Beach aufbrachen. Der Strand war weitläufig und trotz seiner Bekanntheit erstaunlich ruhig – vermutlich wegen der Nebensaison.

Am Nachmittag machten wir noch einen Abstecher zum versteckten Jungle Beach. Ein kleines Paradies mit feinem, hellweissem Sand und kaum anderen Menschen. Leider entdeckten wir beim Schwimmen viele abgestorbene Korallen, was die Stimmung etwas trübte. Ein stiller Moment, der uns die Verletzlichkeit dieser einzigartigen Natur spüren liess. Am Abend kochten wir in unserer Villa ein einfaches, aber köstliches Pasta aglio e olio – genau das Richtige nach einem langen, intensiven Tag.

Weligama


Weligama gehört heute zu den beliebtesten Orten an der Südküste Sri Lankas. Vor allem bei jenen, die zum ersten Mal auf einem Surfbrett stehen möchten. Der kilometerlange Sandstrand, die sanften Wellen und das entspannte Flair machen den Ort zu einem idealen Spot für Anfänger und Sonnenanbeter gleichermassen. Früher war Weligama einer der wichtigsten Fischereihäfen des Landes. Mit dem Ausbau des Hafens in Colombo verlor das kleine Fischerdorf jedoch nach und nach an wirtschaftlicher Bedeutung. Doch gerade diese Entwicklung hat Raum geschaffen für einen sanften Wandel. Heute ist Weligama ein lebendiger Küstenort mit moderner Infrastruktur. Es gibt Unterkünfte, Restaurants und Läden in allen Preisklassen, und dennoch hat sich der Ort viel von seinem ursprünglichen Charme bewahrt. Nach wie vor prägen bunte Fischerboote, riesige Fischmärkte und das geschäftige Treiben der lokalen Fischer das Stadtbild. Gefischt wird hier oft noch auf traditionelle Weise. Wer ein Stück weiter in Richtung Ahangama fährt, kann sogar eine der berühmtesten Fischereitechniken Sri Lankas beobachten: die Stelzenfischer, die im seichten Wasser auf hohen Pfählen sitzen – ein Bild, das es nur hier gibt und das weltweit bekannt geworden ist.

Weligama

Tag 8

Samstag, 27. April 2024
Heute hiess es Abschied nehmen von unserer wunderschönen Villa mitten im Dschungel. Doch wir liessen uns Zeit und genossen den Morgen in vollen Zügen, während draussen eine ganze Horde Affen über unseren Köpfen hinweg von Ast zu Ast sprang und ein wildes Fangspiel veranstaltete. 

Kurz vor der Abfahrt hielten wir noch einmal am Strand an, um Nui auf der riesigen Schaukel für ein perfektes Erinnerungsfoto zu fotografieren. Danach fuhren wir gemütlich weiter Richtung Weligama, bekannt als einer der beliebtesten Surfspots Sri Lankas. Nach nur etwa 45 Minuten kamen wir an unserer neuen Unterkunft an. Diesmal erwartete uns eher ein Backpacker-Hostel. Weniger luxuriös als zuvor, aber auch das gehört zu einer langen Reise dazu. Nach einem überraschend guten Mittagessen im Hostel machten wir uns direkt auf zum berühmten Weligama Beach. Am Strand beobachteten wir zunächst ein paar Jungs beim Cricketspielen, dem Nationalsport schlechthin.

Dann ging es zum ersten Surfcenter. Boards wurden ausgeliehen, und schon stürzten sie sich wieder in die Wellen. Der Strand von Weligama ist riesig, die Wellen verteilen sich über eine grosse Fläche. Wenn man auf der rechten Seite startet, kann man sich durch die Strömung schnell bis ganz nach links treiben lassen. Nämlich dorthin, wo sich die hohen Wellen für die fortgeschrittenen Surfer brechen. Nach nicht ganz einer Stunde mussten alle wieder aus dem Wasser. Ein Gewitter zog auf, und dunkle Wolken hingen bereits schwer über dem Meer. Zurück in der Unterkunft liessen wir den Abend mit einem weiteren leckeren Essen gemütlich ausklingen.

Weligama

Tag 9

Sonntag, 28. April 2024
Verschwitzt und noch etwas müde wachten wir auf. Noch vor dem Frühstück unternahmen wir einen kurzen Spaziergang ans Meer – die salzige Morgenluft tat richtig gut. Zurück im Hostel hiess es wieder: Gepäck packen, denn wir hatten für den gleichen Preis eine neue, zweistöckige Unterkunft etwas weiter südlich gefunden. 

Nach dem Packen gönnten wir uns ein ausgewogenes Frühstück und zwar eine Granola-Bowl mit frischen Früchten. Genau das Richtige für einen aktiven Tag. Nur die Kids bestellten sich schon wieder Chicken-Burger, denn es war mittlerweile fast Mittag. Angekommen in der neuen Unterkunft, waren wir sofort begeistert. Eine helle, moderne Wohnung auf zwei Etagen – grosszügig, stilvoll und gemütlich. Das Gepäck war schnell verstaut und wir machten uns erneut auf den Weg zum Strand. Diesmal entschieden wir uns, einen Surfkurs zu buchen, um ein paar grundlegende Techniken zu lernen.

Da die Wellen zu dieser Uhrzeit etwas sanfter und wir mit einem Lehrer unterwegs waren, wagte auch ich mich zum ersten Mal auf ein Longboard. Und was soll ich sagen: Es hat wirklich Spass gemacht! Ich konnte sogar ein paar Wellen reiten. Was für ein tolles Gefühl, auch wenn ich wohl keine Wassersportlerin mehr werde. Der Rest der Familie jedoch war Feuer und Flamme und wollte gar nicht mehr aus dem Wasser raus. Sie sollen es geniessen und richtig auskosten, denn solch einen super Ort, um erste Surferfahrungen zu sammeln, findet man nicht so schnell wieder.

Mirissa


Die malerische Bucht von Mirissa an der Südküste Sri Lankas zählt zu den schönsten Küstenabschnitten des Landes. Das einst ruhige Fischerdorf hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel entwickelt – nicht zuletzt wegen der weltbekannten Walbeobachtungstouren, die hier starten. Der Strand von Mirissa verläuft in einer sanft geschwungenen Kurve und ist stellenweise schmal, ruhig und abgeschieden. Tropische Vegetation, Palmenhaine im Rücken und eine von Felsen durchsetzte Brandung verleihen dem Ort eine einzigartige, fast postkartenreife Atmosphäre. Besonders eindrucksvoll sind die vielen kleinen, zerklüfteten Buchten, die sich rund um die Landzunge erstrecken. Ideal für alle, die baden, entspannen oder einfach nur die tropische Landschaft auf sich wirken lassen möchten. Mirissa vereint das Beste, was Sri Lankas Südküste zu bieten hat. Natur, Ruhe, tropisches Flair und die Chance, mit etwas Glück Wale und Delfine in freier Wildbahn zu sehen.

Mirissa

Tag 10

Montag, 29. April 2024
Diese Nacht haben wir alle wunderbar geschlafen. Die grossen Doppelbetten unserer Unterkunft waren einfach traumhaft bequem. Das Frühstück, welches wir bereits am Vortag bestellt hatten, war ein echter Genuss: Pancakes, Omeletten, frisches Brot und ein riesiger Teller mit tropischen Früchten – alles sehr liebevoll angerichtet.

Wir können es nicht oft genug sagen. Die Menschen hier begegnen uns mit einer Herzlichkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, wie wir sie auf all unseren bisherigen Reisen kaum je erlebt haben. Es ist beeindruckend, wie sehr sie sich bemühen, uns ein gutes Gefühl zu geben und dies ganz ohne aufdringlich zu sein. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Secret Beach. Unser TukTuk parkten wir bei einer einheimischen Familie, die wir mit einem kleinen Betrag für den Parkplatz unterstützten. Der Weg zum Strand war steil und schmal, aber der Ausblick, der uns unten erwartete, war die Mühe mehr als wert.

Ein verstecktes, idyllisches Plätzchen mit nur wenigen Besuchern. Zwar war an Schnorcheln wegen der hohen Wellen und dem steinigen Untergrund nicht zu denken, aber wir nutzten die Zeit zum ausgiebigen Chillen und Sonnenbaden. Zum Sonnenuntergang machten wir uns auf zum Coconut Tree Hill – einem der bekanntesten Fotospots in der Region. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir die Palmenkuppel am Hang und konnten dort beeindruckende Fotos im warmen Abendlicht schiessen. Ein würdiger Abschluss für einen rundum gelungenen Tag.

Mirissa

Tag 11

Dienstag, 30. April 2024
Heute stand ein reiner Strandtag auf dem Programm. Bereits um 6:30 Uhr morgens fuhren wir erneut zum Coconut Tree Hill. Diesmal in der Hoffnung, den Sonnenaufgang in aller Ruhe geniessen zu können. Und tatsächlich. Der Ort war fast menschenleer, die Lichtstimmung einmalig und die Fotos wurden entsprechend magisch. 

Danach ging es weiter an einen anderen Turtle Beach. Dieser war kleiner, ruhiger und sehr gemütlich. Auch hier war das Meer ziemlich aufgewühlt und daher konnte man beim Schnorcheln leider kaum etwas erkennen. Umso schöner war es, dass Roa und Markus per Zufall eine Schildkröte entdeckten, die gemächlich am Meeresboden entlang schwamm. Zum Mittagessen kehrten wir in ein kleines Restaurant ein, das typisch sri-lankisches, veganes Essen anbot. Alles wurde in liebevoll zubereiteten Tontöpfen serviert, gewürzt mit intensiven Aromen und man durfte sich so oft nachholen, wie man wollte. Einfach köstlich!

Am Nachmittag machten wir noch einen Abstecher an den bekannten Mirissa Beach, wo wir den restlichen Tag im Wasser und unter der Sonne verbrachten. Da alle Orte so nah beieinander liegen, konnten wir sogar zu Fuss zurück zur Unterkunft spazieren. Auf dem Heimweg entdeckten wir einen kleinen Strassenstand, welcher frische Rotis zubereitete. Wir probierten den klassischen Roti mit Ei, während sich Roa endlich seinen Traum von einem Schoko-Crêpe erfüllte. So leckeres Essen für fast kein Geld – besser geht’s wirklich nicht. Es fehlt uns hier wirklich an nichts.

Matara


Matara liegt an der Südküste Sri Lankas, rund 160 Kilometer südlich von Colombo, und ist eine faszinierende Mischung aus natürlicher Schönheit, reichem kulturellem Erbe und kulinarischen Genüssen, insbesondere fangfrischen Meeresfrüchten. Die Stadt war einst Teil des historischen Königreichs Ruhuna und trug damals den Namen Mapatuna. Noch heute zeugen alte Tempelanlagen von dieser glanzvollen Vergangenheit. Einer dieser Tempel wurde von den damaligen Königen errichtet und ist bis heute ein bedeutender Ort der Anbetung für viele buddhistische Gläubige. Neben ihrer spirituellen Bedeutung bietet Matara auch moderne Aspekte. Eine lebendige Stadt mit Märkten, Kolonialarchitektur, Stränden und einer entspannten Atmosphäre. Ein Ort, an dem sich Tradition und Gegenwart harmonisch vereinen.

Matara

Tag 12

Mittwoch, 1. Mai 2024
Mit drei Übernachtungen am selben Ort war dies bisher unser längster Stopp und wir haben jede Minute genossen. Nach einem erneut liebevoll zubereiteten Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Strand, um den Parrot Rock zu erklimmen. Zunächst war der Weg dorthin noch vom Meer bedeckt, also nutzten wir die Zeit für ein ausgiebiges Sonnenbad. 

Etwa zwei Stunden später war das Wasser genug zurückgegangen, sodass wir den kleinen Felsvorsprung problemlos erreichen konnten. Der Aufstieg auf den Parrot Rock lohnte sich. Ein traumhafter Ausblick erwartete uns. Auf das offene Meer, die Küste und in der Ferne sogar bis zum Coconut Tree Hill. Ein toller Abschluss unseres Aufenthalts in Mirissa. Dann hiess es Abschied nehmen. Mit unseren TukTuks fuhren wir weiter Richtung Matara, wo unsere nächste Unterkunft auf uns wartete. Die Vorfreude war gross, denn wir hatten uns für eine etwas luxuriösere Anlage entschieden – zwar teurer, aber wunderschön gelegen. Doch leider kam es anders. Aufgrund eines Systemfehlers teilte man uns vor Ort mit, dass nur ein Bungalow verfügbar sei.

Nach langem Hin und Her entschieden wir uns schliesslich in eine alternative Unterkunft ganz in der Nähe umzuziehen. Die Enttäuschung war kurz spürbar und trübte die Stimmung ein wenig. Doch sobald wir im Garten auf den Liegestühlen lagen, die Ruhe genossen und durchatmen konnten, war der Frust wie verflogen. Der Strand lag ganz in der Nähe, allerdings führte der Weg dorthin durch einen alten Friedhof, was zugegeben ein wenig gruselig war. Trotzdem wollten wir uns den Sonnenuntergang nicht entgehen lassen und trotz des ungewöhnlichen Weges auf jeden Fall wert. Zurück in der Unterkunft machten wir uns frisch und freuten uns auf ein entspanntes Abendessen in schöner Atmosphäre.

Tangalle

 

Tangalle, im Distrikt Hambantota gelegen, ist ein weiteres charmantes Fischerdorf an der Südküste Sri Lankas, gesegnet mit einem beeindruckenden, rund vier Meilen langen goldgelben Sandstrand. Die weiten, oft menschenleeren Küstenabschnitte machen Tangalle zu einem besonderen Ort für Ruhesuchende und Naturliebhaber. Doch hinter der idyllischen Kulisse verbirgt sich auch eine bewegte Geschichte. Beim verheerenden Tsunami im Jahr 2004 wurde Tangalle schwer getroffen – etwa 2000 Menschen verloren ihr Leben. Damals lebten die meisten Einheimischen hauptsächlich von der Fischerei. Nach der Katastrophe veränderte sich vieles. Mit dem langsamen Wiederaufbau und dem wachsenden Interesse internationaler Besucher entwickelte sich Tangalle zu einem aufstrebenden Reiseziel. Heute ist der Tourismus die wichtigste Einkommensquelle der Region. Kleine Gästehäuser, gemütliche Strandcafés und nachhaltige Unterkünfte säumen die Küste – und doch wirkt der Ort noch immer ursprünglich und ruhig. Tangalle steht sinnbildlich für die Wandlungsfähigkeit Sri Lankas – zwischen Tradition, Verlust, Hoffnung und neuem Aufbruch.

Tangalle

Tag 13

Donnerstag, 2. Mai 2024
Früh am Morgen wachten wir auf, in dem festen Glauben, dass es die ganze Nacht hindurch geregnet hatte. Doch die vermeintlichen Regengeräusche stammten in Wirklichkeit von unseren Ventilatoren im Zimmer. 

Ohne sie wäre an Schlaf ohnehin nicht zu denken, denn die drückende Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit begleiten uns rund um die Uhr. Egal ob früh morgens, mittags oder nachts – es ist immer heiss, schwitzig und klamottendurchweicht. Wir riechen inzwischen wie kleine wandernde Tropengewächshäuser und sehnen uns fast schon nach dem Klima zu Hause. Das Frühstück, das eigentlich im Preis inbegriffen war, fiel wegen Saisonende leider aus. Also machten wir uns auf den Weg zu einem nahegelegenen Café im Viertel – ein Glücksgriff mit guter Atmosphäre. Roa und ich vertrieben uns die Wartezeit auf unser Essen mit einem kleinen Ping-Pong-Match in der Morgenhitze.

Gleich ums Eck entdeckten wir einen kleinen, ruhigen Sandstrand, an dem sich bereits ein paar Surfer in die Wellen stürzten. Unser eigentliches Ziel war jedoch der nahegelegene Silent Beach – und der Name hält wirklich, was er verspricht. Ein fast menschenleerer, paradiesischer Strand, gesäumt von Palmen und mit weichem, weissem Sand. Zurück in unserer Unterkunft kochten wir am Abend wieder Pasta, doch diesmal mit frisch gekauftem Thunfisch, den die Jungs gebraten haben. Der Duft verbreitete sich rasch im ganzen Haus – weniger paradiesisch. Anschliessend führte uns eine etwas längere TukTuk-Fahrt weiter nach Tangalle, wo wir in einer grösseren Unterkunft Quartier bezogen.

Tangalle

Tag 14

Freitag, 3. Mai 2024
Die Nacht war erneut von juckenden Stichen begleitet und allenfalls nicht nur von Moskitos, sondern eventuell auch von den Bettwanzent. Das Frühstück fiel heute eher bescheiden aus. Etwas Rührei, Toast und eine kleine Banane. 

Aber wir freuten uns ja ohnehin schon auf den geplanten Besuch bei Pizza Hut zu Mittag. Zuvor ging es wieder ans Meer, diesmal zum Kudawella Beach. Auch dieser Strand lag nahezu verlassen vor uns, mit nur einer kleinen Hütte, bei der wir Surfboards mieten konnten. Die geplanten 1,5 Stunden auf dem Wasser wurden schnell zu 2 Stunden – und die Sonne hinterliess deutliche Spuren auf unserer Haut. Nach einer erfrischenden Dusche in unserer Villa fuhren wir gut gelaunt zum Pizza Hut. Markus entschied sich spontan, gegenüber mit einem Einheimischen srilankesisch essen zu gehen. Wir hingegen genossen unsere Pizzas in vollen Zügen – sie waren zwar klein, aber dafür umso leckerer. 

Also bestellten wir gleich eine zweite Runde. Am Nachmittag wagten wir uns noch einmal zu einem kleinen, abgelegenen Strand – dem Secret Beach. Der Weg dorthin war eine echte Herausforderung: schmal, holprig und voller Überraschungen. An einer Weggabelung, als wir nicht sicher waren, ob wir links oder rechts fahren sollten, blickte ich ins Gebüsch und ein Affe sah uns interessiert entgegen. Ein kurzer Moment zum Schmunzeln, bevor wir weiterfuhren und tatsächlich eine weitere traumhafte Sandbucht entdeckten.Dies war  unser letzter Tag am Meer, denn morgen beginnt unser nächstes Kapitel. Die Reise führt uns weiter ins Landesinnere.

Udawalawe


Der Udawalawe-Nationalpark wurde im Jahr 1972 gegründet, um den heimischen Tierarten wie Elefanten, Vögeln und anderen Wildtieren ein geschütztes Rückzugsgebiet zu bieten. Aufgrund seiner zentralen Lage im Süden Sri Lankas entwickelte sich der Park rasch zu einem der beliebtesten Ziele für Naturfreunde und Safari-Reisende. Berühmt ist Udawalawe vor allem für die dort lebenden Ceylon-Elefanten. Diese sind ein Stück kleiner und kompakter gebaut als die afrikanische Elefanten. Heute leben schätzungsweise 500 bis 600 Elefanten im rund 300 km² grossen Parkgebiet, was die Chancen, diese majestätischen Tiere auf einer Safari aus nächster Nähe zu beobachten, äusserst hoch macht. Die Landschaft des Parks besteht überwiegend aus offenem Grasland mit vereinzelten Busch- und Baumbeständen, was die Tierbeobachtung deutlich erleichtert. Der Udawalawe-Nationalpark gilt als eine der besten Adressen in Sri Lanka, um Elefanten in freier Wildbahn und in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Ein unvergessliches Erlebnis für Gross und Klein.

Undawalawe

Tag 15

Samstag, 4. Mai 2024
Heute führte uns unsere Reise endlich weiter ins Landesinnere, in Richtung Udawalawe. Die Fahrt war diesmal besonders angenehm – weniger Verkehr, dafür umso mehr Natur. Auf dem Weg begegneten wir Kühen, Pfauen, Büffeln, einer ganzen Affenherde und natürlich auch wieder vielen streunenden Hunden.

Trotz der tierischen Ablenkung musste man beim Fahren sehr aufmerksam bleiben, aber genau das machte es auch so spannend. Die Temperaturen waren heute zum Glück etwas milder, und nach weniger als zwei Stunden erreichten wir unsere neue Unterkunft in Udawalawe. Das Häuschen lag direkt an einem kleinen Fluss, und hoch oben in den Bäumen tobten spielende Affen – eine wilde Verfolgungsjagd jagte die nächste. Einige wagten sich sogar ins Wasser und machten echte „Köpfer“ – ein Riesenspass, dem man stundenlang zuschauen könnte.

Markus und Roa liessen sich von der Stimmung anstecken, sprangen ebenfalls ins Wasser und lernten dort ein paar einheimische Kinder kennen, die ihnen voller Stolz ihre Umgebung zeigten. Das Mittagessen in der Unterkunft war eher enttäuschend, daher fuhren wir nochmals ins nahe gelegene Städtchen. Dort fanden die Jungs etwas Einheimisches zu essen – diesmal richtig lecker. Müde und mit Vorfreude auf den morgigen Tag gingen wir früh ins Bett, denn der Wecker sollte bereits um 5 Uhr klingeln.

Undawalawe

Tag 16

Sonntag, 5. Mai 2024
Der Tag startete früh und voller Vorfreude. Um Punkt 5 Uhr wurden wir von unserem Safari-Guide mit einem riesigen Jeep abgeholt – ganz für uns allein. Ein exklusives Erlebnis! Als wir den Udawalawe-Nationalpark erreichten, ging gerade die Sonne auf. 

Noch bevor wir richtig im Park waren, erblickten wir schon den ersten Elefanten und so ging es auch weiter. Herde um Herde, meist Elefantenkühe mit ihren Jungen, die durch das offene Grasland zogen. Es war ein einmaliges Erlebnis, diesen imposanten Tieren in freier Wildbahn so nah zu sein. Unsere Begeisterung war riesig – ein Gänsehautmoment nach dem anderen. Später sichteten wir sogar Krokodile in einem grossen See, sowie zahlreiche Pfaue, Warane, grüne Vögel, Chamäleons, Wasserbüffel und in der Ferne eine Wildschweinfamilie. Wir hätten nie mit so vielen Tierbegegnungen gerechnet! Leider hatte mich heute eine fiese Erkältung erwischt – ähnlich wie Markus zu Beginn der Reise. Mit ein paar Medikamenten im Gepäck machten wir uns auf die Weiterreise Richtung Ella, die etwa 2,5 Stunden dauerte. Die Strecke war traumhaft, aber nicht ohne Nervenkitzel – in einer besonders steilen Kurve fuhr mein TukTuk plötzlich nur noch auf zwei Rädern! 

In Ella angekommen, führte uns ein schmaler, steiniger Pfad zu unserer gebuchten Unterkunft, die leider eine grosse Enttäuschung war: feucht, muffig, und ein beissender Schimmelgeruch. Für mich untragbar, vor allem in meinem angeschlagenen Zustand. Zum Glück waren alle sofort einverstanden, etwas Neues zu suchen und wie durch ein Wunder fanden wir ganz in der Nähe ein wunderschönes Haus. Dort wohnten wir mit einem einheimischen Hausbutler und einer holländischen Familie mit drei kleinen Kindern zusammen – eine tolle, herzerwärmende Erfahrung. Abends fuhren wir ins lebhafte Zentrum von Ella, wo uns eine richtig entspannte Backpacker-Atmosphäre erwartete und wir ausgezeichnetes Essen genossen. Überglücklich und mit der angenehmeren Bergluft im Gepäck fielen wir müde ins Bett. Ella, du gefällst uns jetzt schon sehr!

Ella


Ella zählt zu den beliebtesten Orten im Hochland Sri Lankas – und das aus gutem Grund. Auf rund 1041 Metern Höhe gelegen, besticht das charmante Bergdorf durch seine spektakuläre Lage inmitten einer saftiggrünen Hügellandschaft, gesäumt von Teeplantagen, dichten Wäldern und weiten Ausblicken. Das Klima in Ella ist besonders angenehm. Tagsüber meist warm und sonnig, nachts hingegen angenehm kühl. Eine willkommene Abwechslung zur tropischen Hitze der Küstenregionen. Zwar kann es, wie überall im Hochland, auch mal regnen, doch selbst diese kurzen Schauer verleihen der Landschaft eine frische Lebendigkeit. Ella ist der perfekte Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge und Wanderungen. Ob zur berühmten Nine Arches Bridge, auf den Little Adam’s Peak oder zum spektakulären Ella Rock. Natur- und Wanderliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Trotz seiner steigenden Beliebtheit und der mittlerweile grossen Anzahl an Touristen, hat sich Ella seinen entspannten, fast schon „hippienahen“ Charme bewahrt. Die Atmosphäre ist locker, unkompliziert und ideal für alle, die neben Natur auch ein wenig Backpacker-Feeling geniessen möchten. Das Angebot an gemütlichen Gästehäusern, Cafés und Restaurants ist gross. Kulinarisch reicht die Auswahl von traditionellen sri-lankischen Gerichten bis hin zu westlicher Küche. Hier findet wirklich jeder etwas nach seinem Geschmack.

Ella

Tag 17

Montag, 6. Mai 2024
Ella hat uns sofort in seinen Bann gezogen – angenehmes Klima, entspannte Atmosphäre, spektakuläre Natur und köstliches Essen. Nach einem reichhaltigen Frühstück in unserer Unterkunft machten wir uns auf den Weg zum „Little Adam’s Peak“. 

Der Aufstieg begann auf einem gut ausgebauten Weg, vorbei an einem komplett aus Bambus gebauten Restaurant, wo sich auch die bekannte Fotospotschaukel befindet. Je weiter es bergauf ging, desto steiler wurde es – und das bei brütender Hitze. Oben angekommen, wurden wir mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. Oft liegt hier dichter Nebel über der Landschaft, doch wir hatten Glück und konnten die Aussicht in vollen Zügen geniessen. Abenteuerlustig erklommen wir sogar noch einen zweiten Gipfel. Mit etwas Höhenangst meinerseits, aber gutem Schuhwerk meisterten wir auch das.

Am späten Nachmittag starteten wir gemeinsam mit der holländischen Grossfamilie und unseren beiden TukTuks zur legendären Nine Arch Bridge. Die Fahrt dorthin über holprige Pisten, mit kleinen Kindern an Bord, war zwar abenteuerlich, aber wir kamen sicher an. Ein leichter Nieselregen verlieh der Szenerie rund um die Brücke eine fast mystische Stimmung. Leider kam der Zug nicht wie geplant, und da die Dämmerung einsetzte, machten wir uns bald wieder auf den Heimweg. Zum Abschluss des Tages genossen wir im Zentrum von Ella eine hervorragende Pizza. Frisch aus dem Holzofen und genau das Richtige nach diesem erlebnisreichen Tag.

Ella

Tag 18

Dienstag, 7. Mai 2024
Heute erwartete uns ein ganz besonderes Erlebnis. Die berühmte Zugfahrt durch das Hochland. Frühmorgens brachte uns ein TukTuk zum Bahnhof von Ella und zu unserer Überraschung fuhr der Zug tatsächlich pünktlich ein. 

Zwar waren wir alle an unterschiedlichen Stellen im Zug untergebracht, aber jeder ergatterte einen Platz an der offenen Tür – der Klassiker! Der Wind im Gesicht, die Aussicht auf Teeplantagen und Berge – ein Gefühl von grenzenloser Freiheit. Nach knapp einer Stunde erreichten wir Haputale, wo ein TukTuk-Fahrer auf uns wartete. Ziel, die berühmten Lipton-Teefelder. Die Fahrt dorthin war abenteuerlich. Über steile, holprige Wege, zu viert im TukTuk und Roa auch noch auf dem Schoss. Als wir endlich die höchste Stelle der Plantage auf rund 2000 Metern erreichten, war die Enttäuschung leider gross. Dichter Nebel versperrte jede Sicht. Kein Ausblick, kein Café, keine Plattform – nur ein paar schöne Fotos zwischen den Teesträuchern waren möglich. 

Die Teefabrik befand sich deutlich weiter unten im Tal. Als wir dort ankamen, hätten wir erneut Eintritt zahlen müssen. Da allen von der Fahrt etwas flau war und wir den Zug zurück nicht verpassen wollten, beschlossen wir, auf die Besichtigung zu verzichten. Nach etwa einer Stunde Wartezeit konnten wir erneut einsteigen und erneut die herrliche Zugfahrt an offener Tür zurück nach Ella geniessen. Zurück im Dorf, kehrten wir gegen 15:30 Uhr ins beliebte Chill Café ein, wo wir uns ein spätes, aber üppiges Essen gönnten. So lecker, dass wir das Abendessen gleich ausliessen. Den letzten Abend in Ella verbrachten wir gemütlich in unserer Villa, zufrieden und voller Eindrücke dieser besonderen Hochlandtage.

Pottuvil


Pottuvil ist eine kleine Stadt im Distrikt Ampara an der Ostküste Sri Lankas, nur rund vier Kilometer nördlich vom beliebten Surferparadies Arugam Bay entfernt. Auch wenn Pottuvil heute keine grosse touristische Bedeutung hat, ist der Ort ein spannender Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen in die weniger bekannten, historischen Ecken der Insel. Zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 10. Jahrhundert n. Chr. war die Region zwischen Pottuvil, Buttala und Yala einst von zahlreichen buddhistischen Klöstern und Tempelanlagen geprägt. Viele dieser Orte sind heute von üppigem Dschungel überwuchert und nur noch über abgelegene Trekkingpfade erreichbar. Die Ruinen erzählen von einer längst vergangenen spirituellen Blütezeit. In einigen Felshöhlen und alten Klosteranlagen leben auch heute noch vereinzelt buddhistische Mönche. Für Reisende, die abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sein möchten, bietet Pottuvil daher nicht nur die Nähe zu Arugam Bay, sondern auch spannende Einblicke in das historische und spirituelle Erbe Sri Lankas.

Pottuvil

Tag 19

Mittwoch, 8. Mai 2024
Der Abschied von Ella fiel uns heute besonders schwer. Die angenehme Bergluft, das charmante Dörfchen und unser gemütliches Zuhause dort hatten uns richtig ans Herz gewachsen. 

Unser liebenswerter Hausbuttler bereitete uns ein letztes, reichhaltiges Frühstück, das wir gemeinsam mit zwei sympathischen Österreicherinnen genossen. Ein schöner Abschiedsmoment. Die Fahrt in Richtung Ostküste nach Arugam Bay dauerte etwas länger, führte uns aber durch abwechslungsreiche Landschaften. Nach einem kurzen Mittagshalt erreichten wir gegen 13:30 Uhr unser Ziel in Pottuvil. Unsere neue Unterkunft bestand aus hübschen, liebevoll gebauten Bungalows, und da wir die einzigen Gäste waren, wurden wir besonders herzlich empfangen.

 Die Jungs machten sich sofort auf den Weg zum nahen Strand, um noch ein bisschen Meerluft zu schnuppern – kurz bevor ein kräftiger Regenschauer niederging. Den geplanten Ausflug ins lebhafte Arugam Bay liessen wir ausfallen und entschieden uns stattdessen für einen gemütlichen, ruhigen Nachmittag in unserer Anlage. Zum Abendessen bestellten wir direkt vor Ort, doch leider waren die Portionen eher klein, sodass wir mit leicht knurrenden Mägen ins Bett gingen. Dennoch genossen wir die Ruhe dieses abgelegenen Ortes – eine willkommene Pause nach den erlebnisreichen Tagen im Hochland.

Arumgam Bay


Arugam Bay ist weit mehr als nur ein Surferort. Es ist ein Ort mit eigenem Rhythmus, tropischem Flair und einer besonderen Atmosphäre. Geografisch liegt die kleine, touristisch geprägte Bucht an der Ostküste Sri Lankas, leicht abgeschieden vom Rest des Landes und über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Wer diese Brücke überquert, taucht in eine andere Welt ein – grün, lebendig, entspannt. Bereits seit den 1960er-Jahren zieht Arugam Bay die internationale Surferszene an. Und auch heute noch hat sich der Ort seinen besonderen Charme bewahrt. Was einst als ruhiges Hippiedorf begann, hat sich inzwischen zu einem weltoffenen Treffpunkt für ein aktives, kontaktfreudiges und musikbegeistertes Publikum entwickelt. Neben Palmen, tropischem Grün und der weiten Küstenlinie trifft man hier nicht selten auch auf wilde Elefanten – besonders rund um die Lagunen und im nahen Nationalpark. Die Infrastruktur hat sich den Bedürfnissen der Besucher angepasst. Zahlreiche gemütliche Restaurants, Cafés, Surfshops und Gästehäuser sorgen für entspannte Tage und gesellige Abende. Arugam Bay ist der perfekte Ort, um Surfunterricht zu nehmen, den Sonnenuntergang am Strand zu feiern oder einfach nur dem Wellenrauschen zu lauschen – in einer Region, die sich ihren ganz eigenen Charakter bewahrt hat.

Arumgam Bay

Tag 20

Donnerstag, 9. Mai 2024
In Arugam Bay angekommen, fühlen wir uns wie im Paradies. Die Saison beginnt langsam, und man merkt, wie das kleine Surferörtchen mit jedem Tag lebendiger wird. 

Unsere neue Unterkunft liegt direkt am Strand, mit Meeresrauschen inklusive – und die kleine Hauptstrasse mit ihren Surfshops, Cafés und Restaurants ist nur einen Katzensprung entfernt. Perfekt also, um komplett abzuschalten und das tropische Lebensgefühl aufzusaugen. Zum Frühstück gönnten wir uns heute eine frische Müsli-Bowl, die unten mit einem Lassi verfeinert war – ungewöhnlich, aber total lecker! Danach ging es direkt an den bekannten Surfspot „Elephant Rock“. Die Surfboards mieteten wir gleich für einen halben Tag.

Leider war das Wasser bereits ziemlich voll – viele Surfanfänger wie wir, wodurch es gar nicht so einfach war, eine gute Welle zu erwischen. Zudem waren die Wellen hier kräftiger als in Weligama, was die Herausforderung noch etwas steigerte. Ganz zufrieden war niemand mit seiner Performance – aber Spass gemacht hat es trotzdem, und das ist ja die Hauptsache. Zurück in der Unterkunft, gingen die Jungs auf „Nahrungssuche“ und überraschten uns mit einem köstlichen Reisgericht mit Chicken Wings. So lecker und unglaublich günstig! Am Abend fuhren wir kurzerhand nochmal dorthin. Doppelt hält bekanntlich besser.

Arumgam Bay

Tag 21

Freitag, 10. Mai 2024
Heute starteten wir besonders früh. Bereits um 5 Uhr war Markus wach, und um 6 Uhr standen alle auf der Matte – Surfen bei Sonnenaufgang war das Ziel! 

Wir luden die Boards auf das TukTuk und machten uns auf den Weg zurück zum Elephant Rock. Leider merkten wir erst am Strand, dass uns der Surfshop die Sicherungsseile vergessen hatte mitzugeben – was für ein Ärger! Also fuhren Markus und Nui zurück in den Shop, während Roa und ich am Strand warteten und zusahen, wie die Bucht sich langsam mit Surfern füllte. Gegen 8 Uhr waren endlich alle wieder vereint, und es ging ab in die Wellen. Nui erwischte mit ihrem langen Board gleich einige richtig gute Welle, einmal sogar unter einer Welle hindurch – wie ein echter Profi! Roa kämpfte etwas mehr, hatte aber auch ein kürzeres, schwierigeres Board gewählt. 

Mit viel Geduld, Übung und Ehrgeiz bekam er es schliesslich auch super hin. Nach dem Surfen kehrten wir in ein kleines Café mit liebevoll gestaltetem Innenhof und gemütlichen Sitzlounges ein. Das Frühstück war köstlich, der perfekte Ausklang für den aktiven Morgen. Am Nachmittag gönnten sich Nui und ich eine kleine Beautyauszeit – eine Nagelbehandlung mit Lack, die leider optisch nicht ganz überzeugte. Zum Tagesabschluss stand noch ein echtes Highlight an. Um 17 Uhr gönnten wir uns alle eine wohltuende Massage. Die hatten wir uns definitiv verdient. Muskelkater, Sonne und Abenteuer stecken einem dann doch irgendwann in den Knochen.

Kalkudah


Kalkudah und Passekudah sind zwei benachbarte Strandabschnitte, die mit ihren endlosen Kokospalmen und sanft geschwungenen Buchten wie aus dem Bilderbuch wirken. Kalkudah Bay erstreckt sich über etwa 2 Kilometer und wird durch ein vorgelagertes Riff geschützt, das für ruhiges, klares Wasser sorgt – ideal zum Baden und für Wassersportarten wie Windsurfen oder Wasserskifahren. Passekudah schliesst sich direkt südlich an und bietet einen noch längeren, breiten Sandstrand von rund 4 Kilometern. Hier können Besucher nicht nur entspannt die Sonne geniessen, sondern auch die farbenfrohe Unterwasserwelt mit zahlreichen tropischen Fischen und exotischen Korallenriffen erkunden. Gemeinsam bilden diese Strände eine perfekte Kulisse für Sonnenanbeter und Wassersportler, die das klare, ruhige Meer und die natürliche Schönheit der Region schätzen.

Kalkudah

Tag 22

Samstag, 11. Mai 2024
Nach einem leckeren Rotti-Frühstück im Zentrum und einem kräftigen Espresso machten wir uns gestärkt auf den Weg entlang der Küste. Zum Glück war das Wetter angenehm, nicht zu heiss und die Sonne schien kaum, sodass wir die Fahrt im Cabrio-TukTuk richtig geniessen konnten. 

Die Landschaft änderte sich allmählich. Hinduistische Tempel tauchten auf, überall liefen freilaufende Kühe herum, die meisten Einheimischen fuhren auf alten Fahrrädern, und der Verkehr war spürbar ruhiger. Vielleicht gerade deshalb war die TukTuk-Fahrt auch etwas anstrengender. Vier Stunden dauerte die reine Fahrtzeit, und nach einer Weile spürten wir das lange Sitzen deutlich in Rücken, Händen und Po. Noch hatten wir keine Bestätigung für unsere Unterkunft erhalten, was uns etwas unsicher machte. Vor Ort in Kalkudah Bay waren rund um das Haus kaum weitere Gebäude zu sehen. Umso überraschter waren wir, als uns ein Hausjunge empfing und wir die Villa direkt am Meer mit eigenem Pool beziehen durften.

 Wir waren überglücklich, dass wir hier zwei Nächte verbringen konnten – ganz für uns allein. Als es dunkel wurde, machten wir uns zu Fuss auf die Suche nach einem Restaurant in der Nähe. Bei stimmungsvoller Beleuchtung durch Solarlampen fanden wir eine kleine, selbstgebaute Küche mit einfachen Sitzgelegenheiten – allerdings spürten wir die Holzspäne bald auf unseren Hintern. Dort bestellten wir diverse einheimische Spezialitäten. Der Besitzer, der ursprünglich aus der Region stammt, aber viele Jahre in Deutschland gelebt hatte, erzählte uns von seinen Plänen, hier vor Ort etwas für seinen Ruhestand aufzubauen. Zurück in der Villa genossen die Kinder ein langes Bad im beleuchteten Pool, bevor es schliesslich ab ins Bett ging.

Kalkudah

Tag 23

Sonntag, 12. Mai 2024
An diesem Muttertag wollten wir es ruhig angehen lassen. Nach dem Frühstück legte sich Nui, die sich nicht ganz fit fühlte, nochmals ins Bett, während wir anderen den riesigen Strand erkunden wollten. 

Nach einem erfrischenden Bad im Meer bemerkten wir schnell, dass der kilometerlange Sandstrand praktisch menschenleer war. Und dabei reden wir von einem ganzen vier Kilometer langen Traumstrand! Da juckte es mich förmlich in den Beinen – ich liess die Jungs zurück und begann zu joggen. Trotz der Hitze brannte die Sonne nicht stark, denn der Himmel war von Wolken bedeckt.

Auf meinem Lauf begegnete ich nur vier Fischern, die gerade ihr Netz entwirrten. Mein Ziel war es, bis zum Strandende zu laufen, doch der weiche Sand machte die Strecke anstrengender als gedacht. Nach der Wende wurde es immer schwerer, und meine Kondition liess nach. Endlich zurück in der Villa war ich fix und fertig, genoss aber den Pool und den Liegestuhl in vollen Zügen.

Sigiriya


Sigiriya gilt als eine der beeindruckendsten Kulturstätten Sri Lankas. Der mächtige Monolith ragt 200 Meter hoch über das fruchtbare Land hinaus und beherbergt auf seiner Spitze eine historische Felsenfestung. Der „Lion Rock“ gehört zu den acht UNESCO-Weltkulturerbestätten des Landes und zählt zu den spektakulärsten Wahrzeichen Sri Lankas. Ein wahrlich beliebtes Postkartenmotiv. Die Geschichte der Festung ist geprägt von den Machtkämpfen zweier Halbbrüder im 5. Jahrhundert. Neben dem atemberaubenden Panorama faszinieren besonders die gut erhaltenen Fresken, darunter die berühmten „Wolkenmädchen“.

Sigiriya

Tag 24

Montag, 13. Mai 2024
Wir hatten alle sehr gut geschlafen, und auch Nui fühlte sich deutlich besser als am Vortag. Nach dem Packen verabschiedeten wir uns vom Hauspersonal und machten uns auf den Weg ins Landesinnere nach Sigiriya. 

Da unsere Tachos langsam an der 1000-Kilometer-Marke kratzten und wir gut in der Zeit lagen, wollten wir in einem nahegelegenen Dorf einen TukTuk-Mechaniker für einen Service an beiden Fahrzeugen aufsuchen. Dank netter Wegbeschreibungen der Einheimischen fanden wir eine grosse Werkstatt in einem Hinterhof. Sofort legten alle ihre Arbeit nieder und kümmerten sich um unsere TukTuks – so eine Hilfsbereitschaft sieht man bei uns wohl kaum. Wir scherzten und alberten mit den Mitarbeitern herum, was das Ganze zu einem richtig lustigen Erlebnis machte. Nach nicht einmal einer halben Stunde war alles repariert, und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Die Strecke führte meist kilometerweit schnurgeradeaus, doch zum Glück war es noch nicht zu heiss. 

Nach einer kurzen Mittagspause setzten wir die Reise fort. Langsam wurde es kritisch mit der Tankanzeige, aber ich war zuversichtlich, bald eine Tankstelle zu finden. Plötzlich fuhren wir in ein Dschungelgebiet, und die Strasse wurde immer schmaler. Doch keine Tankstelle war in Sicht. Die letzten 15 Kilometer waren ziemlich nervenaufreibend – Roa und ich schwitzten Blut und Wasser, weil wir befürchteten, nicht mehr bis zur Unterkunft zu kommen. Zum Glück schafften wir es. Markus machte sich sofort auf den Weg zur nächsten Tankstelle, da sein TukTuk noch etwas Benzin im Tank hatte. Solche Situationen passieren hier wohl jedem Mal, und wir hatten wirklich Glück gehabt.

Sigiriya

Tag 25

Dienstag, 14. Mai 2024
Der Wecker klingelte um 6 Uhr, denn wir wollten früh den Pidurangala Rock besteigen – er liegt direkt gegenüber vom berühmten Lion’s Rock. 

Als wir ankamen und sofort den Berg hinaufstiegen, sahen wir, dass schon viele Leute wieder auf dem Rückweg waren. Den Sonnenaufgang hatten wir leider verpasst, doch dafür wurde der Lion’s Rock gerade von der aufgehenden Sonne in seiner ganzen Pracht beleuchtet. Wir waren fast allein und konnten das Naturschauspiel in aller Ruhe geniessen. Zurück in der Unterkunft packten wir unsere Sachen, denn wir hatten für die nächste Nacht eine tolle Anlage direkt an einem See gebucht. Doch bei unserer Ankunft fanden wir nur zwei Mitarbeiter vor, die gerade mit Renovierungsarbeiten beschäftigt waren. Das war ein echtes Desaster. Sie versuchten zwar, uns schnell zu helfen und alles freizuräumen, aber für uns kam das natürlich nicht infrage. Da wir die Unterkunft online bereits bezahlt hatten, wollten wir unser Geld zurück. Mal sehen, ob sich da noch etwas machen lässt. Ich vermute aber eher nicht. Wir suchten schnell eine neue Unterkunft in Kandy.

Eigentlich wollten wir erst morgen dorthin, aber da es dort mehr Auswahl gab, entschieden wir uns dafür. Die Reservierung war zwar noch nicht bestätigt, aber das nahmen wir in Kauf. Denn uns stand ja auch noch eine zweistündige Fahrt bevor. Nach etwa einer Stunde begann es in Strömen zu regnen. Mit Regenschutz, schlechter Sicht und schlechten Strassenverhältnissen erreichten wir schliesslich die Unterkunft. Doch zu unserem Pech wurde uns gesagt, dass Roa als Kind wegen der steilen Hanglage nicht bleiben dürfe – es sei zu unsicher. Das war wirklich ärgerlich. Also mussten wir mitten im Regen erneut nach einer Unterkunft suchen. Zum Glück wurden wir schliesslich fündig. Der neue Vermieter war überaus freundlich, und endlich endete unsere Pechsträhne. Gemeinsam genossen wir ein leckeres, selbstgekochtes Pasta-Abendessen.

Kandy


Kandy ist eine lebendige Grossstadt im Herzen Sri Lankas, gelegen auf einer Hochebene, die von Bergen, Teeplantagen und artenreichen Regenwäldern umgeben ist. Im Stadtzentrum befindet sich der malerische Kandy-See, auch bekannt als Bogambara-See, der bei Spaziergängern sehr beliebt ist. Kandy ist vor allem für seine bedeutenden buddhistischen Heiligtümer berühmt, allen voran der Zahntempel "Sri Dalada Maligawa". Zu Ehren dieser heiligen Stätte findet jährlich die beeindruckende Esala Perahera Prozession statt, ein farbenprächtiges und spirituelles Spektakel, das Besucher aus aller Welt anzieht.

Kandy

Tag 26

Mittwoch, 15. Mai 2024
Nach einem gemütlichen Frühstück in unserer Villa starteten wir die Fahrt nach Kandy. Die kurvigen, engen Bergstrassen führten uns sicher zur Unterkunft, die wir nach kurzer Suche fanden. 

Begrüsst wurden wir von einer wahren Hundemeute – zwei Golden Retriever, zwei schlanke Jagdhunde und ein kleiner Hund mit einer riesigen Perlenkette – sowie von einem überraschenden, grossen Wildschwein, das während der Corona-Zeit bei den Besitzern eingezogen war. Unsere Zimmer waren riesig mit eigenem Bad und Balkon, und wir durften sogar den Pool, Billardtisch und das Fitnesscenter nutzen. Nach dem Auspacken ging es direkt in die Stadt. Der Besuch des berühmten Markts war leider ernüchternd, aber dafür erlebten wir etwas ganz Besonderes. 

Auf der Strasse vor einem kleinen Tempel tauchte plötzlich ein Elefant auf, der von den Gläubigen gefüttert und geehrt wurde – ein ganz seltener und berührender Moment. Danach durften wir dort in dem buddhistisch-hinduistischen Tempel an einer privaten Zeremonie mit zwei Mönchen teilnehmen. Sie segneten uns mit Glück und Kraft und banden uns weisse Schnüre ums Handgelenk. Ein einmaliges und sehr eindrückliches Erlebnis. Der anschliessende Besuch des Zahntempels war für uns eher enttäuschend, weshalb wir zurück zur Unterkunft fuhren, um den restlichen Tag in unserem schönen Zuhause zu geniessen.

Kandy

Tag 27

Donnerstag, 16. Mai 2024
Die Nacht war ruhig, trotz immer wieder einsetzendem Regen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Ambuluwawa Tower, den wir nach einer anderthalbstündigen TukTuk-Fahrt erreichten. 

Die Fahrt führte uns durch verschiedene kleine Städtchen, und langsam kehrte bei uns allen die Vorfreude auf zu Hause zurück. Die vielen Eindrücke der Reise, aber auch die kleinen Schwierigkeiten, wie der Strassenlärm, der Müll und das manchmal ungewohnte Essen, forderten ihren Tribut. Am Turm angekommen, empfing uns dichter Nebel – ein Glück, denn die schmalen, teils weniger als 50 cm breiten Treppenstufen am äusseren Teil des Turms hätten bei freiem Blick wohl mehr Mut erfordert.

Trotzdem schafften wir es bis ganz nach oben und waren mächtig stolz auf uns. Kaum waren wir wieder unten, begann es in Strömen zu regnen. Die Rückfahrt zur Unterkunft wurde eine nasse Angelegenheit, doch zurück angekommen, entspannten wir uns und gingen früh schlafen – bereit für die letzten Reisetage.

Negombo


Negombo ist eine lebendige Stadt an der Westküste Sri Lankas, nur nördlich der Hauptstadt Colombo gelegen. Die Uferpromenade ist geprägt von den Überresten eines niederländischen Forts aus dem 17. Jahrhundert, das heute als Gefängnis dient. Entlang der Lagune säumen traditionelle Fischerhütten das Wasser, das in den historischen Hamilton-Kanal mündet – ein Wasserweg aus der niederländischen Kolonialzeit, der bis nach Colombo führt. Ein weiterer Hingucker ist die klassizistische St. Marien-Kirche aus den 1920er-Jahren, deren farbenfrohe religiöse Deckengemälde Besucher immer wieder begeistern.

Negombo

Tag 28

Freitag, 17. Mai 2024
Heute begann unsere letzte Etappe – nochmal 100 Kilometer TukTuk-Fahrt an die Westküste nach Negombo. Nach meinen Berechnungen haben wir inzwischen alle schon weit über 1000 Kilometer auf unseren Tachos stehen. 

Nach einer Runde Billard und einem kleinen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Zum Glück blieb das Wetter trocken, sodass wir unsere TukTuks zum letzten Mal in echte Cabriolets umbauten. Die Fahrt war wieder einmal ein Genuss, auch wenn die Abgase hier wirklich stark sind. Wir spürten alle, wie unsere Lungen darunter litten – ehrlich gesagt wissen wir nicht, wie die Einheimischen das jeden Tag aushalten.

Unsere Schweizer Frischluftlunge ist eben etwas zarter. Gegen Mittag erreichten wir mit nur vereinzeltem Regen Negombo. Für die letzten zwei Nächte hatten wir ein Appartement direkt am Meer gebucht. Da der Regen am Nachmittag noch einmal einsetzte, nutzten wir die Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel. Zum Abendessen gab es – endlich wieder – Spaghetti mit Knoblauch und Crevetten, ganz nach unserem Geschmack. 

Negombo

Tag 29

Samstag, 18. Mai 2024
Unser letzter Tag begann früh. Nach einem Frühstück mit frisch gekochten Eiern bereiteten wir die Wassermelone zu, die uns der vorherige Gastgeber als Geschenk mitgegeben hatte.

Die Sonne kämpfte sich immer stärker durch die Wolken, und wir zogen unsere Badekleider an, um ein letztes Mal das Meer und die Sonne zu geniessen. Obwohl wir eigentlich mit Gewittern gerechnet hatten, zeigte sich das Wetter gnädig. Roa spielte ausgelassen mit einheimischen Kindern im Meer, während wir uns am Pool sonnten. Gegen Mittag machten wir uns ein letztes Mal mit den TukTuks auf den Weg ins Zentrum, um etwas zu essen und letzte Einkäufe zu erledigen. Bereits gestern hatten wir einen Zuckerwatte-Stand entdeckt – das absolute Lieblingsdessert der Kinder – und so gönnten wir ihnen heute gleich zwei Stück. Beim Verzehr zu Hause passierte dann das Unerwartete. 

Ein Backenzahn von Nui fiel einfach so heraus! Sie war völlig überrascht, denn vorher hatte sie nicht einmal bemerkt, dass er wackelte. Am Nachmittag gaben wir schliesslich unsere beiden TukTuks zurück und verabschiedeten uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge von den kleinen Gefährten. Wir sind wirklich froh und dankbar, dass alles ohne Zwischenfälle verlief und wir die 1400 Kilometer erfolgreich gemeistert haben. Nach einer warmen Instant-Miso-Suppe fielen wir früh ins Bett, denn der Wecker klingelt morgen schon um 4:30 Uhr. Sehr früh starten wir unsere Heimreise zurück in die Schweiz und wir freuen uns alle sehr auf unser schönes zu Hause.